Yoga statt Kirche?

Yoga betend meditierend

Von Kirchenskandalen bis zu Kirchenaustritten

Februar 2019. Kirchenskandale sind seit Monaten wieder Mittelpunkt der Schlagzeilen. Die meisten Suchabfragen der Suchmaschine Google zum Thema „Kirche“ betreffen Suchbegriffe wie „Kirchenskandale„, gefolgt von „Kirchenaustritten“.
Erstmals präsentiert sich die katholische Kirche in ungewohnter Offenheit. In Österreich arbeiten Salzburger Kleriker aktiv an der Aufarbeitung der Kirchenskandale. Der Kardinal Christoph Schönborn gibt in einem Interview zu, naiv gewesen zu sein (Wochenmagazin „Stern“), als er seinen Amtsvorgänger Groer gegen den Missbrauchsvorwürfen verteidigt hat.

Frankreich: Wenn Jesus Yoga macht

Seit Jahren ist ein vermehrter Trend zur Spiritualität zu erkennen. Nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern in den meisten Industrieländern.

In Frankreich spielt die Religion für viele Franzosen im Alltag kaum eine Rolle mehr. Im Gegenzug boomen Yoga, Spiritualität und Co. Im Jahr 2009 wurde der Verein „Coexister“ von jungen Franzosen gegründet. „Coexister“ ist bereits in 45 Städten aktiv. Er versammelt Christen, Buddhisten, Juden, Muslime sowie alle Personen, die sich keiner Religion zughörig fühlen.
Die Coexiosters meditieren, praktizieren Yoga, Raiki und Chi Gong und beflügeln somit ihre Spiritualität. Sie bezeichnen sich selbst als „spirituell“ aber nicht „religiös“. Würden sie sich für eine Religion entscheiden, dann steht der Buddhismus vor dem Christentum.

In Österreich öffnet sich die Kirche immer mehr den spirituellen Pfaden. Yoga in Kirchenräumen ist heutzutage kein Problem mehr. Yogaengel Daniela Cerny unterrichtet Yoga in den Gemeinschaftsräumen der Pfarren Leopoldau und St. Markus in Wien Floridsorf. Yoga aus dem Hinduismus / Buddhismus und die katholische oder auch evangelische Kirche sehen sich nicht als konkurrierende Glaubensgemeinschaft. Der Glauben und das spirituelle Wachstum ist eine wichtige gegenseitige Ergänzung. Die 10 Gebote gibt es nicht nur bei den Christen, sondern auch bei den Yogis. Diese leben meist streng nach den 10 Geboten (NiYamas) und Verboten (Yamas).

Kindstaufe beim Wechseln des Glaubens?

In vielen Regionen sind bereits ein Drittel der Bevölkerung konfessionslos. Babys werden immer weniger getauft, da die Eltern Atheisten sind oder die Glaubensrichtung gewechselt haben. Waren früher nicht getaufte Kinder oft Außenseiter in der Schule, wenn diese als einzige in der Klasse nicht getauft wurden, ist dies heute nicht mehr auffällig. Natürlich trägt der Zuzug der Flüchtlinge bei, die in den letzten Jahren aus muslimischen Regionen integriert wurden.

Nicht getaufte Kinder müssen später auf den Kommunionunterricht verzichten, auch wenn alle Freunde dort sind. Auch das Wissen über die christliche Religion fehlt. Meiner Meinung nach sollten Kinder getauft werden. Sie können selbst später die Entscheidung über ihre religiöse Zukunft treffen.

Yoga in den Religionsstunden

Begrüßenswert wäre es meiner Meinung nach, würde ein umfassender „Religionsunterricht“ in den Schulen erfolgen, der auch Spiritualität mit den wichtigen Themen „Meditation“ und „Achtsamkeit“ miteinschließt. Nein, es muss kein Yogaunterricht in den Turnstunden erfolgen (Warum aber nicht?). Das praktische Wissen, wie Schüler den „Kopf frei bekommen“, Stresssituationen meisten können und im Alltag emphatisch und achtsam miteinander kommunizieren können wäre viel wichtiger als Theoriewissen einer mathematikorientierten Leistungsgesellschaft. Die Gesellschaft benötigt keine nach Geld und Macht strebenden Narzissten mehr sondern emphatiereiche Menschen. Glück statt Bruttonationalprodukt. Friedlich statt Egoismus. Der große Yogameister „Swami Visnu-Devananda“ meint dazu: „Ist der Geist ruhig und zufrieden, folgt das Glück automatisch“.

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Autor: Günter Fellner

Ein Kommentar

  1. Ich suche auch meine Richtung oder kenne ihn bereits. Ich glaube an etwas, was nicht in eine Schublade kommt. Ich werde mich nicht mit der Kirche, egal ob Katholiken oder Protestanten identifizieren, auch nicht mit anderen Religionen. Ich weiß, dass es nicht eine Glaubensgemeinschaft bedarf, um glauben zu können. Um spirituell denken zu dürfen. Danke für die schöne Anregung, der Artikel hat mir gut gefallen.

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